Digitale Transformation = Digitale Revolution? So denkt die ITK-Branche über das Partnergeschäft

KI, Chatbots, AR-begleitete Prozesse – all diese Themen verändern Unternehmen grundlegend. Für Systemhäuser bieten sich daraus zahlreiche Chancen, aber sie müssen sich selbst darauf einstellen. Beratung ist stark gefragt.

 

Innovation schön und gut, nur müssen Prozesse auch umgesetzt werden. Der Druck auf die Unternehmen wird immer stärker – während die Mitbewerber bereits auf KI setzen und sich dadurch noch als „Innovator“ platzieren, zählt für das eigene Unternehmen ebenfalls innovativ zu werden oder doch unterzugehen. Heute gibt nicht mehr die IT-Abteilung allein das Tempo vor, gerade die Fachbereiche wollen moderner werden und sich neu aufstellen.

 

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass jetzt vor allem die Beratungskompetenz von Systemhäusern mehr gefragt ist, denn je. Buzzwords wie Blockchain, Industrial IoT und XaaS fallen in der Branche immer wieder – aber die Kunden sind damit überfordert. Ihre Unsicherheit und das fehlende Know-how hemmt sie sogar, selbst den Weg in die digitale Transformation zu gehen. Für zahlreiche Reseller bedeutet das aber auch, dass sie sich umstellen müssen, weil der bloße Lizenz- oder Hardwareverkauf nicht mehr ausreicht. Die Zeit der reinen Kistenschieber ist endgültig vorbei.

 

Drucker, CDs & Laptops waren gestern

 

Viele Systemhäuser haben die Zeichen der Zeit erkannt. Laut einer aktuellen Umfrage von IT-Business sehen 85 Prozent die digitale Transformation als wichtig für das Business an und 95 Prozent sind selbst auf dem Weg zum digitalen Unternehmen oder schon weiter fortgeschritten.

 

Ihre eigene Rolle sehen Systemhäuser vor allem in der strategischen und Prozess- sowie Technologieberatung. Ebenfalls wichtig sind die Implementierung von Technologien und der Betrieb von Lösungen als Managed Services.

 

Aber die Systemhäuser sehen auch noch einige Stolpersteine auf dem Weg zur digitalen Transformation. Dazu zählen vor allem fehlendes Know-how, mangelnde Veränderungsbereitschaft, Sicherheitsbedenken und unzureichende öffentliche Netzinfrastruktur sowie der Fachkräftemangel.

 

Hersteller kleben an alten Partnerprogrammen

 

Auch viele Hersteller unterstützen ihre Partner bisher nur unzureichend in Sachen digitale Transformation. Von löblichen Ausnahmen wie Microsoft und VMware abgesehen, haben zahlreiche IT-Anbieter noch keine wirklichen Initiativen für den digitalen Wandel gestartet. Sie sehen die Reseller oft nach wie vor als verlängerten Arm des eigenen Vertriebs und bloße Erfüllungsgehilfen.

 

Großes Engagement zeigen dagegen die Distributoren. Sie haben begriffen, dass Systemhäuser Unterstützung benötigen, wenn sie ihre Beratungskompetenz ausbauen wollen. Schulungen und Trainings spielen dabei eine wichtige Rolle.

 

Die digitale Transformation kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen und sich gegenseitig unterstützen. Dies verlangt starkes proaktives Engagement der Systemhäuser einerseits, aber auch der Hersteller und der Distributoren.

 

 

Quelle Titelbild: iStock / metamorworks