Das optimale Digitalkonzept besteht aus 3 Säulen

 

Digitalisierung ist nicht nur ein Thema für Konzerne. Gerade mittelständische Unternehmen können profitieren und individuelles Vorgehen ist angesagt, das in ein komplettes Digitalkonzept eingebettet werden sollte.

Digitalisieren oder untergehen sind die Alternativen, vor denen Unternehmen aller Branchen derzeit stehen. Wer das Thema verschläft, wird gegenüber agileren Konkurrenten ins Hintertreffen geraten und mittelfristig seine Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

Aber auch wenn der Digitalisierungsgrad deutscher Firmen stetig ansteigt, gibt es immer noch erhebliche Vorbehalte und Widerstände gegen die Konzepte Digitalisierung und Mittelstand 4.0. 19 Prozent der deutschen Unternehmen sind noch immer digitale Anfänger und an weiteren acht Prozent Nachzüglern ist das Thema komplett vorbeigegangen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie von Kantar TNS im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums.

Zu den abschreckenden Faktoren zählen laut der Studie mangelhafte Breitbandversorgung, der hohe Zeitaufwand, fehlendes Wissen der Mitarbeiter und Mangel an IT-Fachkräften. Ein Viertel der Befragten hält Digitalisierung für komplett unnötig.

 

Überzeugungsarbeit gefragt

Systemhäuser müssen also einiges an Überzeugungsarbeit leisten, um ihre mittelständischen Kunden davon zu überzeugen, dass Digitalisierung für sie vorteilhaft ist. Dabei fällt positiv ins Gewicht, dass Managed Service Provider (MSP) ohnehin optimal positioniert sind, drei der Hauptvorbehalte von vorneherein aus dem Weg zu räumen. Ein Kunde benötigt keine eigenen IT-Fachkräfte und das mangelnde Fachwissen der Mitarbeiter fällt nicht stark ins Gewicht, wenn die Kompetenz im Systemhaus vorhanden ist. Zudem muss der Kunde auch nicht viel Zeit investieren, wenn sich der MSP um die Durchführung des Projektes kümmert. Etwas kniffliger ist das Thema Breitbandversorgung, aber mit neuen Lösungen für Edge Computing lässt sich dieser Missstand zumindest entschärfen.

Generell sollten Systemhäuser mit dem oft abschreckenden Begriff Digitalisierung vorsichtig umgehen. Mittelständische Firmen wollen keine langwierigen Mammutprojekte, sondern zielführende Lösungen, die ihnen in kurzer Zeit Mehrwerte bringen. Und genau das sollte ihnen ein Systemhaus auch anbieten und dabei stark auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden eingehen. Reden Sie mit Ihren Kunden und finden Sie heraus, wo der Schuh drückt. Dann fokussieren Sie sich auf einzelne Schritte, die möglichst sofort Abhilfe bringen.

 

Digitalkonzept gefragt

Diese Anfangsschritte sollten aber in ein vollständiges Digitalkonzept eingebettet sein, mit dem das Systemhaus in die Verhandlungen mit dem Kunden eintritt. Bleiben Sie nicht bei Anfängen stehen, sondern formulieren Sie dieses Konzept für sich selbst aus und überlegen Sie, welche Aspekte abgedeckt werden müssen, um den Kunden wirklich voranzubringen. Ein Digitalkonzept sollte drei Säulen umfassen, zunächst – wie schon erwähnt – die Positionierung beim Kunden, dann die strategische Ausrichtung mit Mehrwerten für alle Fachbereiche und schließlich die Aufteilung in vollständige, leicht verständliche Pakete.

Machen Sie sich klar, welche Herausforderungen und Chancen den Mittelstand erwarten. Die seit Mai 2018 gültige Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sorgt immer noch für Unsicherheit. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Blockchain und das Internet der Dinge können richtig angewandt auch kleineren Firmen nützen. Beispielsweise können Rechtanwaltskanzleien mit Blockchain wichtige Dokumente sicherer übermitteln oder kleine Fertigungsbetriebe die Wartungskosten ihrer Maschinen mithilfe von Sensoren im Internet der Dinge erheblich senken. Unternehmen müssen flexibler werden und ihren Mitarbeitern das mobile Arbeiten ermöglichen. Und die Themen Sicherheit und Backup sind ohnehin ein Dauerbrenner.

All diese Punkte sollten Sie in Ihr Digitalkonzept einbeziehen. Nachdem das erste Projekt erfolgreich abgeschlossen ist, sollten Sie im Dialog mit dem Kunden zeigen, welche weiteren Möglichkeiten ihm offen stehen und wie er auf dem Weg zur Digitalisierung weiter voranschreiten kann.

Nutzen Sie die Hilfen, die Verbände und Politik Ihnen bei der Ausarbeitung eines Digitalkonzeptes bieten. Es gibt mittlerweile 25 Kompetenzzentren in Deutschland, die Unterstützung für das Konzept Mittelstand 4.0 offerieren.